Puh, jetzt hatte ich so eine aufregende und ereignisreiche Zeit in Ibarra, dass ich nicht mal wirklich zum Updaten gekommen bin. Seid mir nicht böse, dafür gibt’s hier jetzt meinen gesamten Monat auf einmal, und da gibt’s echt eine ganze Menge zu erzählen. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Zeit zum lesen mitgebracht. Gearbeitet habe ich hier wie ihr ja wisst bei der Zeitung “El Norte” gearbeitet. Alleine das war schon eine großartige Chance so viel wie möglich von der Stadt zu erleben. Meine Aufgabe war es nämlich die Journalisten mit der Kamera bei allen wichtigen lokalen Events zu begleiten, um Bilder für die Zeitung zu sammeln, wärend sie Interviews oder ähnlicher führten. Dadurch lernte ich in kürzester Zeit eine ganze Menge über das alltägliche Leben und die aktüllsten Ereignisse. Verstanden habe ich mich mit Allen hier ziemlich gut, am Besten aber mit Eduardo. Er ist der Hauptfotograf, der Zeitung und wohnte zwischenzeitlich ein paar Jahre auch in Deutschland. Wir sind hier ab und zu mit 20-30 anderen Leuten Mountain Biken im Gebirge, worüber ich aber später nochmal ein bisschen was erzähle.

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.36.18 (1)

Ich fange dann mal ganz einfach mal ganz von vorne am, mit meiner Gastfamilie hier, die vornherein gesagt wahrscheinlich nicht hätte besser sein können.  Ich wohnte hier in einem sehr zentral gelegenen Haus, das für die lokalen Verhältnisse echt groß war. Am ersten Tag wurde ich direkt sehr herzlich von allen begrüßt: Margarita, meiner Gastmutter, bei der man echt merkte, dass es ihr nicht nur ums Geld ging. Sie kümmerte sich echt wie eine richtige Mutter um uns alle, es fühlte sich vor allem durch sie hier sofort wie zuhause an. José war mein Gastvater. Von ihm habe ich allerdings nicht zu viel mitbekommen, da er die meiste Zeit außer Haus ist. Wenn er dann doch mal da war, hat er allerdings normalerweise geschlafen. Das lag aber da dran, dass die beiden eine eigene sehr gut laufende Bar/Disco betreiben und dort ebenfalls an der Theke arbeiten und daher immer allerhand zutun haben.

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.40.42

(ich bin kein großer Fototyp und habe noch kein Gruppenfoto mit allen gemacht. José hat morgen Geburtstag und wenn alle da sind, mache ich noch schnell eins ^^ hier aber ein Bild vom ehemaligen Flughafen, jetzigen Parks Ibarras)

Gastgeschwister hatte ich auch ein paar; Aysha (15), Eric (21) und Anahi (4). Dabei ist Aysha allerdings meine einzige wirkliche Gastschwester hier, die Situation ist nämlich ein bisschen komplizierter. Eric wohnt in Quito, da er da studiert zusammen mit seiner Freundin und ist deshalb kaum in Ibarra. Nur, um ab und zu seine Tochter zu sehen, Anahi, die hier mit uns wohnt. Schein ein bisschen ungünstig zu sein für ein Kind in dem Alter, oder? Was einem hier in Ecuador auf der Straße aber schnell auffällt ist, dass extrem viele sehr junge Mütter mit ihren Babies rumlaufen. Ecuador hat ein kleines Problemchen mit Jugendschwangerschaften und so kam es, dass Eric mit 17 zum 2. mal Vater geworden ist. Abgesehen von dem Schock war das aber kein Problem für Margarita und ist deshalb nun neben Mama Genesis Anahi’s neue Mama Margarita. Alle sind hier sehr nett im Haus. Mit Abstand am besten verstehe ich mich allerdings mit den beiden Kanadierinnen Dani und Emi, die auch mit im Haus wohnen. Wir haben in der Zeit hier andauernd zusammen Sachen unternommen, oftmals auch mit dem vielen anderen Freiwilligen, die auch in Ibarra wohnen. Zwischenzeitlich waren wir sogar 9 Leute in der relativ kleinen Stadt.

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.36.17 (1)

Wir alle zusammen belegten in der Zeit beispielsweise einen Salsakurs jeden Mittwoch und Donnerstag für jeweils eine Stunde. Dabei waren immer Dani, Emi, die drei Dänen Gustav, Andréas und Stine, sowie Laura und Nele aus Deutschland und natürlich ich. Zum Salsa gibt’s nicht allzu viel zu sagen. Es war mal ganz cool, es ausprobiert zu haben, aber ich glaube nicht, dass es wirklich was für mich ist. Versteht mich nicht falsch, es hat mir gut gefallen.. während des Unterrichts. Als es dann aber ans Eingemachte ging im Partnertanz sah es ein bisschen anders aus. Als Mann hat man im Salsa die Aufgabe, den gesamten Tanz vorzugeben. Man muss quasi mit seinem Arm jeden Tanzschritt kommunizieren. So kommt es, dass ein guter Tänzer mit so ziemlich jedem Mädchen mit etwas Ahnung so tanzen kann, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Falls das nicht der Fall ist.. naja, dann sieht das ungefähr so aus wie bei mir.

Es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung, aber nur ein kleiner Teil meines Alltags hier. Der sah normalerweise ungefähr so aus: Nach dem Aufstehen war jeden zweiten Tag erstmal Morgensport mit Dani angesagt. Sie ist sehr sportlich und startete jeden Tag mit einer Stunde Joggen, die Hälfte war da aber erstmal genug für mich. Dann nach dem Fertigmachen und Frühstücken ab zum Sender um 9:00h.. oder 9:06h oder 9:15h, die Ecuadorianer setzen hier nicht gaanz so viel Wert auf Pünktlichkeit wie wir. Habe ich persönlich aber kein Problem mit gehabt 😛 Nach einer all-morgendlichen Besprechung über die News des Tages und Rolleneinteilung nahm mich dann ein Journalist mit zum Interview filmen, Foto knipsen oder manchmal einfach nur so als Begleitung. Anfänglich habe ich zusätzlich noch vor Ort Notizen gemacht, um dann nach der Rückkehr einen kleinen Artikel zu schreiben. Anscheinend war ich jedoch noch nicht ganz auf dem Level eines ausgebildeten Spanischjournalisten und meine Artikel haben es nie in die Zeitung geschafft. Nach einer Woche habe ich damit dann aufgehört und meine zwei Stunden Mittagspause angefangen auch dafür zu nutzen. Es war auf jeden Fall ein gutes Spanischtraining, aber ein bisschen blöd hat es sich dann schon angefühlt, für quasi nichts zu ackern.

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.36.17 (2)

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.36.17

Also war ich jeden Tag effektiv vier Stunden bei der Arbeit, danach ging es ab nach hause zum Mittagessen. Ähnlich wie in Quito bestand das aus einer Suppe und dem Hauptgang, klassisch Ecuador-Style, Reisberg mit Bohnen/Papas und einer Variation an verschiedenem Fleisch. Für meine Lieblingsbeschäftigung, die hier schon zu einer Art Sucht geworden ist, ging’s dann erst mal einen kleinen Mittagschlaf machen. Seit meiner Ankunft bin ich hier nämlich jeden Tag ohne Ausnahme mindestens 1:30 Stunden in meinem zweiten Zuhause, dem Olympo Gimnasio am werkeln gewesen.

WhatsApp Image 2017-12-02 at 20.36.17 (3)

Um 18:30h plus minus ging es dann wieder nach hause zum Abendessen. Die Abende wurden immer unterschiedlich gestaltet. Filmabende mit den anderen Volunteers waren nicht unüblich, die ein oder anderen Besuche zum Club im Familienbesitz ließen sich natürlich auch nicht vermeiden. Für ausreichend Getränke hat José da auf jeden Fall immer gesorgt. Meine Lieblingsbeschäftigung waren aber auf jeden Fall die Mountain Bike Abende, die ich vorhin schon angesprochen habe. Eduardo nahm mich da manchmal mit zu seiner Radelcrew, ungefähr 30 Leute, die sich zwei mal die Woche treffen, um wirklich all-out zu gehen. Es war wirklich keine Aufgabe für Laien. Von 19:30-23:00 wurden ca. 30 Kilometer zurückgelegt, von denen etwa ein Drittel durch die Berge der nahen Atahualpa-Lagune führten. Dort hochzukommen kostete immer eine Unmenge Energie, der Weg nach unter war dafür aber eine high-speed Rally, bei der man aufpassen musste, nicht über den Lenker abzusteigen. Die ein oder andere Tarantula konnte wärend der stillen Nacht auch mal gesehen werden.

_______________________________________________________________________________________

So, das war auch schon mein Aufenthalt……. neeeein nur ein Witz, es gibt noch so viel mehr zu schreiben aber ich klapp gleich weg. Morgen sitze ich acht Stunden im Bus auf dem Weg in den tropischen Regenwald ins Naturreservoir Puyo (wohoo) und schreibe dort über die ganzen tollen Abenteuer, die ich hier erlebt habe. Und dieses mal lass ich euch nicht hängen, das schwöre ich! Hier nochmal eine herzliche Entschuldigung an alle, die immer auf meine Updates gehofft haben. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt einen einigermaßen erträglichen Start in den Winter 🙂

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s