Puh, jetzt hatte ich so eine aufregende und ereignisreiche Zeit in Ibarra, dass ich nicht mal wirklich zum Updaten gekommen bin. Seid mir nicht böse, dafür gibt’s hier jetzt meinen gesamten Monat auf einmal, und da gibt’s echt eine ganze Menge zu erzählen. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Zeit zum lesen mitgebracht. Gearbeitet habe ich hier wie ihr ja wisst bei der Zeitung “El Norte” gearbeitet. Alleine das war schon eine großartige Chance so viel wie möglich von der Stadt zu erleben. Meine Aufgabe war es nämlich die Journalisten mit der Kamera bei allen wichtigen lokalen Events zu begleiten, um Bilder für die Zeitung zu sammeln, wärend sie Interviews oder ähnlicher führten. Dadurch lernte ich in kürzester Zeit eine ganze Menge über das alltägliche Leben und die aktüllsten Ereignisse. Verstanden habe ich mich mit Allen hier ziemlich gut, am Besten aber mit Eduardo. Er ist der Hauptfotograf, der Zeitung und wohnte zwischenzeitlich ein paar Jahre auch in Deutschland. Wir sind hier ab und zu mit 20-30 anderen Leuten Mountain Biken im Gebirge, worüber ich aber später nochmal ein bisschen was erzähle.

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Ich fange dann mal ganz einfach mal ganz von vorne am, mit meiner Gastfamilie hier, die vornherein gesagt wahrscheinlich nicht hätte besser sein können.  Ich wohnte hier in einem sehr zentral gelegenen Haus, das für die lokalen Verhältnisse echt groß war. Am ersten Tag wurde ich direkt sehr herzlich von allen begrüßt: Margarita, meiner Gastmutter, bei der man echt merkte, dass es ihr nicht nur ums Geld ging. Sie kümmerte sich echt wie eine richtige Mutter um uns alle, es fühlte sich vor allem durch sie hier sofort wie zuhause an. José war mein Gastvater. Von ihm habe ich allerdings nicht zu viel mitbekommen, da er die meiste Zeit außer Haus ist. Wenn er dann doch mal da war, hat er allerdings normalerweise geschlafen. Das lag aber da dran, dass die beiden eine eigene sehr gut laufende Bar/Disco betreiben und dort ebenfalls an der Theke arbeiten und daher immer allerhand zutun haben.

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(ich bin kein großer Fototyp und habe noch kein Gruppenfoto mit allen gemacht. José hat morgen Geburtstag und wenn alle da sind, mache ich noch schnell eins ^^ hier aber ein Bild vom ehemaligen Flughafen, jetzigen Parks Ibarras)

Gastgeschwister hatte ich auch ein paar; Aysha (15), Eric (21) und Anahi (4). Dabei ist Aysha allerdings meine einzige wirkliche Gastschwester hier, die Situation ist nämlich ein bisschen komplizierter. Eric wohnt in Quito, da er da studiert zusammen mit seiner Freundin und ist deshalb kaum in Ibarra. Nur, um ab und zu seine Tochter zu sehen, Anahi, die hier mit uns wohnt. Schein ein bisschen ungünstig zu sein für ein Kind in dem Alter, oder? Was einem hier in Ecuador auf der Straße aber schnell auffällt ist, dass extrem viele sehr junge Mütter mit ihren Babies rumlaufen. Ecuador hat ein kleines Problemchen mit Jugendschwangerschaften und so kam es, dass Eric mit 17 zum 2. mal Vater geworden ist. Abgesehen von dem Schock war das aber kein Problem für Margarita und ist deshalb nun neben Mama Genesis Anahi’s neue Mama Margarita. Alle sind hier sehr nett im Haus. Mit Abstand am besten verstehe ich mich allerdings mit den beiden Kanadierinnen Dani und Emi, die auch mit im Haus wohnen. Wir haben in der Zeit hier andauernd zusammen Sachen unternommen, oftmals auch mit dem vielen anderen Freiwilligen, die auch in Ibarra wohnen. Zwischenzeitlich waren wir sogar 9 Leute in der relativ kleinen Stadt.

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Wir alle zusammen belegten in der Zeit beispielsweise einen Salsakurs jeden Mittwoch und Donnerstag für jeweils eine Stunde. Dabei waren immer Dani, Emi, die drei Dänen Gustav, Andréas und Stine, sowie Laura und Nele aus Deutschland und natürlich ich. Zum Salsa gibt’s nicht allzu viel zu sagen. Es war mal ganz cool, es ausprobiert zu haben, aber ich glaube nicht, dass es wirklich was für mich ist. Versteht mich nicht falsch, es hat mir gut gefallen.. während des Unterrichts. Als es dann aber ans Eingemachte ging im Partnertanz sah es ein bisschen anders aus. Als Mann hat man im Salsa die Aufgabe, den gesamten Tanz vorzugeben. Man muss quasi mit seinem Arm jeden Tanzschritt kommunizieren. So kommt es, dass ein guter Tänzer mit so ziemlich jedem Mädchen mit etwas Ahnung so tanzen kann, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Falls das nicht der Fall ist.. naja, dann sieht das ungefähr so aus wie bei mir.

Es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung, aber nur ein kleiner Teil meines Alltags hier. Der sah normalerweise ungefähr so aus: Nach dem Aufstehen war jeden zweiten Tag erstmal Morgensport mit Dani angesagt. Sie ist sehr sportlich und startete jeden Tag mit einer Stunde Joggen, die Hälfte war da aber erstmal genug für mich. Dann nach dem Fertigmachen und Frühstücken ab zum Sender um 9:00h.. oder 9:06h oder 9:15h, die Ecuadorianer setzen hier nicht gaanz so viel Wert auf Pünktlichkeit wie wir. Habe ich persönlich aber kein Problem mit gehabt 😛 Nach einer all-morgendlichen Besprechung über die News des Tages und Rolleneinteilung nahm mich dann ein Journalist mit zum Interview filmen, Foto knipsen oder manchmal einfach nur so als Begleitung. Anfänglich habe ich zusätzlich noch vor Ort Notizen gemacht, um dann nach der Rückkehr einen kleinen Artikel zu schreiben. Anscheinend war ich jedoch noch nicht ganz auf dem Level eines ausgebildeten Spanischjournalisten und meine Artikel haben es nie in die Zeitung geschafft. Nach einer Woche habe ich damit dann aufgehört und meine zwei Stunden Mittagspause angefangen auch dafür zu nutzen. Es war auf jeden Fall ein gutes Spanischtraining, aber ein bisschen blöd hat es sich dann schon angefühlt, für quasi nichts zu ackern.

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Also war ich jeden Tag effektiv vier Stunden bei der Arbeit, danach ging es ab nach hause zum Mittagessen. Ähnlich wie in Quito bestand das aus einer Suppe und dem Hauptgang, klassisch Ecuador-Style, Reisberg mit Bohnen/Papas und einer Variation an verschiedenem Fleisch. Für meine Lieblingsbeschäftigung, die hier schon zu einer Art Sucht geworden ist, ging’s dann erst mal einen kleinen Mittagschlaf machen. Seit meiner Ankunft bin ich hier nämlich jeden Tag ohne Ausnahme mindestens 1:30 Stunden in meinem zweiten Zuhause, dem Olympo Gimnasio am werkeln gewesen.

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Um 18:30h plus minus ging es dann wieder nach hause zum Abendessen. Die Abende wurden immer unterschiedlich gestaltet. Filmabende mit den anderen Volunteers waren nicht unüblich, die ein oder anderen Besuche zum Club im Familienbesitz ließen sich natürlich auch nicht vermeiden. Für ausreichend Getränke hat José da auf jeden Fall immer gesorgt. Meine Lieblingsbeschäftigung waren aber auf jeden Fall die Mountain Bike Abende, die ich vorhin schon angesprochen habe. Eduardo nahm mich da manchmal mit zu seiner Radelcrew, ungefähr 30 Leute, die sich zwei mal die Woche treffen, um wirklich all-out zu gehen. Es war wirklich keine Aufgabe für Laien. Von 19:30-23:00 wurden ca. 30 Kilometer zurückgelegt, von denen etwa ein Drittel durch die Berge der nahen Atahualpa-Lagune führten. Dort hochzukommen kostete immer eine Unmenge Energie, der Weg nach unter war dafür aber eine high-speed Rally, bei der man aufpassen musste, nicht über den Lenker abzusteigen. Die ein oder andere Tarantula konnte wärend der stillen Nacht auch mal gesehen werden.

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So, das war auch schon mein Aufenthalt……. neeeein nur ein Witz, es gibt noch so viel mehr zu schreiben aber ich klapp gleich weg. Morgen sitze ich acht Stunden im Bus auf dem Weg in den tropischen Regenwald ins Naturreservoir Puyo (wohoo) und schreibe dort über die ganzen tollen Abenteuer, die ich hier erlebt habe. Und dieses mal lass ich euch nicht hängen, das schwöre ich! Hier nochmal eine herzliche Entschuldigung an alle, die immer auf meine Updates gehofft haben. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt einen einigermaßen erträglichen Start in den Winter 🙂

 

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Tschüss Quito, hallo Ibarra!

So, nach langer Zeit gibt’s jetzt auch wieder mal was von mir zu hören. Ihr glaubt nicht, wie müde einen die Höhe hier macht. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich gerade ziemlich viel unterwegs bin, auf jeden Fall fällt es mir gerade echt schwer, Abends noch due Zeit und Energie zu finden, euch von meinen Erlebnissen zu schreiben, aber euch zu Liebe muss das jetzt auch mal sein.

Ich versuche mal so gut wie möglich die letzten zwei Wochen zusammenzufassen:

In meiner vorletzten Woche in Quito habe ich einen neuen Mitbewohner bekommen. Sein Name war Stephen und er ist ein etwas älterer Mann aus Großbritannien in der Nähe von London. Es war auf jeden mal ganz nett, wieder mit jemandem etwas anderes als Spanisch reden zu können, nur Martha hat es nicht so gut gefallen. Er war eine knappe Woche in Quito und wollte auch ein paar Sachen von der Hauptstadt Ecuadors entdecken. Nur hat er leider sein Heimatsklima mitgebracht und es ging direkt von Sommerfeeling zu Dauerregen mit heftigen Gewittern für die meiste Zeit seines Aufenthaltes. Das war auch die gleiche Zeit, in der ich körperlich wieder bereit war, mich auch mal ein bisschen außerhalb der Ortschaften umzusehen.

Einen Tag war das Wetter dann zum Glück doch mal gnädig. Wir nutzten die Chance direkt und sind mit der Gondel hoch auf den Berg gefahren, den man schon in meinem ersten Post gesehen hat. Die Tour dort rauf war es auch definitiv wert. Für $8 ging es direkt bis zur Spitze, wo ich auch mein aktuelles WhatsApp-Bild aufgenommen habe. Die meisten von euch werden es wahrscheinlich schon gesehen haben, hier aber ein paar Fotos von dem Tag.

Für 30 Minuten war es da oben auch echt schön, bevor es dann nicht nur anfing zu schütten, sondern extrem hagelte. Stephen hatte sich noch nicht an die Höhe von Quito gewöhnt und ist schon früher runter, bevor es losging. Da war ich 20 Minuten quasi gefangen, da bei dem Gewitter die Gondeln nicht bedient werden.

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Nach einer knappen halben Stunde war es dann aber auch wieder ruhig  und ich konnte wieder runter. Für die kurze Zeit war es auch echt mal eine Erleichterung von dem konstanten Lärm und vor allem der hohen Kontamination der Stadt weggekommen. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, doch ich bin sehr froh über Berlins Grüne Zone. Diese alten Gemischmotoren stoßen dermaßige Giftwolken aus, es ist fast so als würde man direkt am Auspuff hängen.

Davon habe ich auch ordentlich was gemerkt, als ich letzte Woche endlich wieder mit regelmäßigem Sport anfangen konnte. In Quito gab es nämlich den “Carolina” Park mit einem riesen Sportplatz. Dort bin ich die letzten Wochen täglich hingejoggt und konnte wieder mit leichten Übungen anfangen.

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Am Dienstag meiner letzten Woche konnte ich auch schon zum ersten mal meine neue Gastfamilie kennen lernen. Dort bin ich für einen Tag hoch nach Ibarra mit dem Taxi kutschiert worden. Hier fand nämlich eine große Feier zum 188. Geburtstag der anliegenden Stadt Otavalo statt. Ursprünglich wurde mir etwas von einer Messe erzählt, bei der die Zeitung “El Norte”, bei der ich jetzt einen Praktikumsplatz habe etwas filmt. Wie es sich rausstellte, gibt es hier aber jedes Jahr eine Parade, bei der örtliche Schulen und Institutionen vorm Bürgermeister eine große Show liefern. Dort hatte meine Zeitung eine eigene Tribüne direkt vorm Rathaus, von der ich auch direkt mithelfen durfte. Mir wurde eine der Kameras anvertraut, mit der ich direkt auf die Facebook-Seite des Sendes zu tausenden Zuschauern live-streamen durfte.

Danach ging es auch schon wieder zurück nach Quito für drei Tage. Die Zeit hat mir an sich als Erfahrung schon ziemlich gut gefallen, auch wenn es anfänglich.. ich sage mal, etwas holprig war.

Und damit ist Kapitel 1/3 meiner Reise auch schon abgeschlossen, so schnell kann es gehen. Hier ist es gerade 23 Uhr und ich hatte einen super langen Tag inclusive meiner ersten richtigen Arbeit im Sender. Deshalb beende ich hier dieses schnelle Update erstmal, werde aber morgen meine ersten Eindrücke dieser ziemlich unterschiedlichen Stadt mit anschließen. Falls ihr noch irgend welche speziellen Fragen habt, stellt sie mir bitte im Gruppenchat. Ich werde alles beantworten!

Danke wie immer für’s lesen und morgen geht es dann weiter. Bis dann!

Langsam aber sicher

So kann’s natürlich auch gehen. Da bin ich gerade mal knapp zwei Tage in Quito und liege auf einmal weiß wie eine Wand zitternd in der Notaufnahme. Und dabei hat die Woche so gut angefangen.

Ich hätte es aber auch echt nicht ahnen können. Noch am Vortag war ich wie im letzten Post angekündigt in der Altstadt unterwegs und habe schon mal angefangen, mein neues Zuhause zu erkundigen. Ich muss an der Stelle echt sagen wie froh ich bin, mir diese Stadt als meinen Start ausgesucht zu haben. Es scheint nicht nur praktisch ununterbrochen die knallende Sonne mit gefühlten 25°C, die Landschaft Quito’s ist an manchen Stellen auch echt beeindruckend.

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Das hier an der Seite ist beispielsweise ein Foto vom ersten Tag. Hinten auf dem ehemaligen Vulkan seht ihr die sogenannte “El Panecillo”, eine 40 Meter hohe Statue errichtet in 1976, ca. 45 min zu Fuß von mir entfernt. Am Ende hänge ich noch ein paar mehr Bilder dran, aber jetzt erstmal die Geschichte, was letzte Woche vor dem Unglück überhaupt genau passiert ist.

Eigentlich hat der Tag ganz gut begonnen. Meine Reiseleiterin Patricia hat sich am Freitag morgen, dem 06.10. mit mir getroffen, um mir ihre Spanischschule zu zeigen, die ich wie erwähnt während meines Aufenthaltes den ersten Monat täglich besuchen werde. Sie betreibt sie zusammen mit ihrem Ehemann Hokan schon seit 2005 primär für Reisende wie mich. Für mich ist sie auch echt gemütlich erreichbar, zu Fuß bin ich morgens nur fünf Minuten unterwegs. Dort angekommen gab’s erstmal eine kleine Einweisung mit Belehrung was beispielsweise zu tun ist, falls es mir mal aus irgendwelchen Gründen nicht so gut gehen sollte.. als könnte schon groß was passieren (hehe). Und tatsächlich fing es da schon etwas an, in der Bauchgegend zu ziehen. Wird schon nichts weiter sein, dachte ich. Bestimmt nur eine Unstimmigkeit wegen der neuen Essgewohnheiten.

Wieder zurück in der Wohnung wurde es dann aber richtig schön. Nachdem sich Patricia verabschiedete, fingen meine Hände und Gesicht auf einmal an zu kribbeln, fast so wie damals schon einmal in Chile. Damals war es ähnlich spaßig mit einem anaphylaktischen Schock, doch Erdnüsse habe ich dieses mal ausnahmsweise keine genossen.

Der Knoten im Bauch fühlte sich kurz darauf so an, als würde sich mir ein Messer in den Körper bohren, woraufhin ich Patricia direkt wieder zurückrief. Sie wohnt ein Glück nur einige Straßen weiter. Wir machten uns sofort auf dem Weg ins erste Krankenhaus. Wieso das erste? Es hatte nämlich schlauerweise keine Notaufnahme und ich durfte mich schön auf die Wartebank setzen neben 10 anderen Gästen und darauf warten, bis ich an der Reihe war. Anscheinend sehen Ecuadorianer nicht alle Tage Europäer oder wie hier auch genannt “Gringos”, und schon gar nicht welche, die wie kurz vorm Umfallen aussehen. Inzwischen starrte mich nämlich gefühlt jeder an, für die zwanzig Minuten, in denen sich im Wartezimmer sonst überhaupt nichts tat.

Es hatte alles keinen Zweck. Ab ins nächste Taxi gehievt ging es auf die Suche nach einem anderen Krankenhaus. Dies mal ging’s ins Metropolitano, zu meinem Glück das Beste in ganz Quito. Das hat man auch sofort gemerkt. Anstatt sich wie im letzten erstmal einen Bart wachsen zu lassen, wurde ich hier sofort auf einer Liege platziert und am Morphium angeschlossen.

20171009_103632Nach kurzer Zeit gab es dann auch schon die ersten Einschätzung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte ich mir dem Blinddarm entzündet. Es war zu dem Zeitpunkt aber noch zu früh, um sich sicher zu sein. Deshalb durfte ich 9 Stunden lang im Dauerrausch erstmal auf meinen X-Ray warten, der die Befürchtung dann leider bestätigte.

Da lag ich dann also um 10 Uhr abends, als ihr gerade alle schon längst am schlafen wart (außer Leo, danke für die ermutigenden Worte an dieser Stelle 🙂 ) und erfuhr, dass ich in 30 Minuten unters Messer komme. So habe ich mir den Start meiner Reise auf jeden Fall erhofft. Wie gesagt war ich im Metropolitano aber in guten Händen und dank der modernen Technologie vor Ort war zwei Stunden und 3 winzige Einschnitte später schon alles problemlos erledigt.

Die nächsten zwei Tage musste ich dann noch zur Sicherheit im Krankenhaus verbringen, hier ein Foto meiner leckeren Gerichte morgens, Mittags und Abends. Es gab sogar jeweils unterschiedlichen Wackelpudding… mmh

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Ansonsten war es aber alles halb so wild. Die Ärzte und Krankenschwestern waren wie fast jeder hier alle sehr nett und hilfsbereit und konnten zum Großteil sogar Englisch, was hier ziemlich selten ist. Die ersten 24 Stunden verbrachte Patricia netterweise auch hier mit mir, hätte es doch Schwierigkeiten mit der Verständigung geben sollen.

20171018_185837Der Ausblick von meinem Fester war auch nicht so schlecht.

Am Montag nach der Operation wurde ich dann auch endlich wieder entlassen. Die ersten Tage lief noch nicht alles so rund, alleine aus dem Bett aufzustehen war schon nicht das Angenehmste. Damit alles etwas schneller verheilen kann, durfte ich mich die erste Woche nur kaum bewegen. Meine extrem nette Spanischlehrerin Liliana kam in der Zeit sogar zu mir, damit ich so wenig wie möglich verpasse. Ich mache schnellen Fortschritt bei ihr und am Ende meiner Zeit hier in Quito beherrsche ich die Sprache sicherlich gut genug, um erfolgreicg in mein darauffolgendes Journalismus-Praktikum starten zu können.

Inzwischen geht es mir auch wieder ziemlich gut, seit einigen Tagen bin ich auch wieder mindestens 2-3 Stunden unterwegs. Viel außer die Stadt zu erkunden, kann ich gerade allerdings noch nicht machen. Auf Sport und vieles andere muss ich leider gerade komplett verzichten, was mich an der ganzen Geschichte eigentlich am meisten nervt. Der Arzt meinte, ich soll 30 Tage warten, bevor irgendwas außer gehen drin ist. Ich denke aber mal, dass ich in ein paar Tagen wieder langsam anfange, als würde mich so ein winziger Blinddarm so lange lahmlegen. Vor allem, wenn hier jeden Tag so tolles Wetter ist.

Tut mir Leid, dass ich so lange auf ein Update hab warten lassen, aber ich hatte bis jetzt nicht wirklich die Kraft dazu. Ich bin wie gesagt gerade auf dem besten Erholweg, weshalb es auch sehr bald wieder was neues zu berichten geben wird.

Hier jetzt noch ein paar Bilder wie versprochen. Danke für alle netten Nachrichten von euch! Viele Grüße aus Südamerika und bis zum nächsten Eintrag!

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Die besten Fotos vom ersten Tag

Endlich angekommen

Bienvenido und herzlich willkommen zu meinem Reiseblog, in dem ich wöchentlich Updates zu den Erfahrungen meines neusten Abenteuers mit euch teilen werde.

Mein Name ist Julius und ich habe mich nach meinem kürzlich abgeschlossenen Abitur dazu entschieden, erneut in die weite Welt zu ziehen, um nochmal ein bisschen was zu erleben, bevor es dann mit dem “echten Leben” wie es so schön heißt weitergeht.

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Dieses Mal geht die Reise ins schöne Ecuador im Nordwesten Südamerikas. Hier werde ich die nächsten drei Monate verbringen und in der Zeit viele verschiedene Orte besuchen. Den ersten Monat bin ich in Ecuadors Hauptstadt namens “Quito”, der höchsten Hauptstadt der Welt auf 2.800m. Wie in den meisten Teilen Südamerikas ist Spanisch die Landessprache. Ich musste ziemlich schnell feststellen, dass meine fünf Jahre Schul-spanisch leider nicht allzu hilfreich waren und ich mich aktuell noch primär mit meiner Übersetzer-App durchkämpfen muss. Das sollte sich allerdings sehr bald ändern, da ich ab dem kommenden Montag einen Spanisch-Crashkurs belegen werde, um mich so schnell wie möglich richtig verständigen zu können. Die meisten Ecuadorianer sprechen nämlich auch kein Englisch, was meinen Fortschritt aber hoffentlich nur beschleunigen sollte. Anschließend geht es in Richtung Westen nach “Ibarra”. Dort kann ich meine neuen Sprachkenntnisse direkt auf die Probe stellen bei einem Journalismus-Praktikum. Danach gelang ich zur Station, auf die ich mich am meisten freue: Es geht in den Amazonas-Dschungel; in den Ort “Puyo”, um genau zu sein. Dort wohne ich bei einer Familie in einem abgelegenen Dorf, der mehrere Hektar Naturreservoir gehört. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Hilfe interessierter Freiwilliger wie mir, verletzte wilde Tiere aller Art aufzupäppeln und dann wieder freizulassen. Der Amazonas hat die weltweit größte Artenvielfalt, weshalb ich sehr aufgeregt und gespannt bin, was dort auf mich zukommen wird.

Vor zwei Tagen am 5. Oktober ging für mich die holprige Reise in dieses außergewöhnliche Land vom Flughafen Berlin Tegel los. Der Plan war es, über Madrid und Miami innerhalb eines Tages durchzureisen. In Madrid angekommen musste ich allerdings feststellen, dass mein Anschlussflug um zwei Stunden nach hinten verschoben worden ist. Nicht weiter schlimm dachte ich, eine knappe dreiviertel Stunde Umsteigezeit hätte ich immerhin noch gehabt. Was ich nicht eingeplant hatte, war die enorme Paranoia der Amerikaner, was die Sicherheit betrifft. Nach einer riesigen Schlange an beiden Security-Checks war dann auch schon die Boardingzeit vorbei und mein Flieger weg, inklusive meines Gepäcks, welches nun schon mal auf dem Weg nach Equador war.

Ich muss aber ehrlich sagen, dass mich das alles andere als gestört hat. Als Entschädigung gab es nämlich ein Platinum-Zimmer am bekannten Miami Beach inklusive Abendessen und Frühstück und ich konnte noch eine kostenfreie Nacht in den Staaten verbringen. Man kann sich nicht beschweren 🙂

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Am nächsten Tag ging es dann um 16:00 Uhr weiter nach Quito, zumindest war das der Plan. Anstatt den Hotelshuttle zurück zum Flughafen zu nehmen, wollte ich die letzten Stunden nochmal in die Stadt und von da aus mit dem Zug zurückfahren. Soweit kein Problem, hätte ich Spezialist mich nicht in die falsche Bahn gesetzt. Also nach zwei Stationen und stärker werdenden Kopfschmerzen ging es also wieder zurück , perfekter Weise inklusive Zugverspätung, wodurcg ich 15 Minuten nach Ablauf der Checkin-Zeit endlich am Miami International Airport angekommen bin.

Diesen Flug konnte ich also auch vergessen. Zu meinem Glück sind die Floridianer sehr gelassen und hilfsbereit und nach einigen Gesprächen wurde mir die 200$-Gebühr für einen neuen Flug erlassen, worauf hin ich 2 Stunden später endlich boarden konnte.

Nachts erreichte ich dann endlich mein Ziel, wo ich bereits von einem Taxifahrer erwartet wurde. Auf der 45-Minütigen fahrt zu meiner Unterkunft musste ich dann wie vorhin bereits erwähnt feststellen, wie lückenhaft meine Spanischkenntnisse doch sind. Ein bisschen konnte ich mich unterhalten, doch spanische Muttersprachler tendieren wie ich damals schon in Chile festgestellt habe dazu, sehr schnell und ziemlich undeutlich zu reden. Ich werde mich daran aber schon noch gewöhnen.

Ich wohne hier im Zentrum Quitos bei einer sehr netten älteren Dame namens Martha mit ihrem Pudel “Chocolate”. Sie nimmt schon seit 10 Jahren Studenten aus aller Welt mit viel Freude auf. Gerade gab es ein däftiges Mittagessen bestehend aus einer Spargelsuppe gefolgt von einem Steak mit Reis und Avokado.

Für die Menge gibt es aber einen guten Grund, traditionell essen die meisten Ecuadorianer nämlich kein Abendessen. Aber keine Sorge, ich werde schon nicht verhungern. Martha kocht immer sehr viel, auch für andere Hausbewohner. Es ist also immer genug da.

So, das war meine chaotische Reise bisher. Ich mach mich jetzt auf den Weg in die Altstadt und guck mich erstmal ein bisschen um. Unten findet ihr jetzt noch ein paar Bilder von der Wohnung und dem Ausblick. Auch wenn es ziemlich frisch aussieht, ist es vom Wetter her total angenehm und man kann ohne Probleme im T-Shirt rumlaufen.

Ich werde mich bald wieder melden, bis dann erstmal Adiós von meiner Seite!

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